Arbeitsgruppe Weichfresser e.V. - Für Freunde der Weichfresser

Heuglinbrillenvogel

28 Jul, 2017

Heuglinbrillenvogel

Heuglinbrillenvogel

In den Vogelforen wurde von der Züchterin Angelika Hogefeld von der geglückten Zucht von Heuglinbrillenvogel berichtet. Ich bedanke mich bei der Autorin sehr herzlich, dass ich diesen – in einer Art Tagebuch – verfassten Bericht hier veröffentlichen darf.

Meine Brillenvogelhaltung

Hallo zusammen!
Das Thema Aufzucht ist natürlich sehr umfassend. Hier noch ein kleiner Einblick zu meiner Haltung.

Meine Heuglinbrillenvogel teilen sich die nicht überdachte Außenvoliere, die ein angrenzendes, nicht beheiztes Schutzhaus (2,5m x 2,5m x 2,0m) bietet mit 1.1 Sonnenvögeln, einem Paar Rotohrbülbül und 1.1 Chin. Bambushühnern als Bodenbewohnern (z.Zt. alle mit Nachwuchs). Obschon sie jederzeit ins Schutzhaus können, machen sie nur in der kalten Jahreszeit, nach meinen Aufzeichnungen ab ca. -5 Grad davon Gebrauch.

Ihre Gemeinschaftsvoliere (über 40 qm), höhenunterschiedlich von ca 2 m – ca. 4 m. Das angrenzende Schutzhaus ist durch ein Stallfester jederzeit zu erreichen. Im feuchten Blattwerk erfreuen sie sich gerne einer Regendusche. Mit einer Gartendusche bereite ich ihnen auch bei heißen Temperaturen das Vergnügen.

Mauerritzen suchen sie gerne nach etwas Fressbarem ab, auch zirkeln sie gerne in vorhandenen Löchern und Spalten. Sie hängen sich gerne unter dem Netz der Voliere, um diese nach Kleinstinsekten und Spinnen abzusuchen. Nektar saugen sie aus Blüten, ich stelle ihnen allerdings 2 mal täglich in kleinen Schalen flüssigen Nektar zur Verfügung.

Ihr napfförmiges Nest bauten sie bisher in einer Astgabel, wobei die Höhe von 1,5m -2,0 m bevorzugt wurde. Leider auch schon mal unstabil. Zweige durften stabilisiert werden, eine Veränderung am Nest selbst nahmen sie allerdings sehr übel und führte zum sofortigen Verlassen des Geleges.

Vielleicht konnte ich mit meinem Bericht einige begeistern , evtl. auch helfen und hoffe sehr, das der Heuglinbrillenvogel nicht aus unseren Volieren verschwindet.

Gemeinschaftsvoliere 

Hier im Bild sehen Sie die ca. 40 m² große Gemeinschaftsvoliere.  Das Nest wurde im Strauch ganz links gebaut.

Hallo zusammen!

Es läuft nicht immer alles reibungslos.
Das konnte ich auch bei meinen Brillenvögeln feststellen. Das erste Gelege wurde nach Ablage des 2. Eies vom Partner befördert. Aus lauter Angst, daß dieses auch bei der 2ten Brut passiert, modellierte ich aus Gips größenmäßig gleiche Eier und tauschte diese jeden Tag aus. Nach kompletter Eiablage wartete ich weitere 2 Tage, entnahm dann die Gipseier und legte vorsichtig mit einem Plastiklöffelchen die Originaleier wieder unter. Soweit so gut. Leider war dieses Gelege jedoch unbefruchtet.

Hier ein kleiner Bericht zur dritten Brut.
Gebaut wurde das kunstvolle napfförmige Nest in einer „Pieris“ von beiden Elterntieren aus Kosmetikwatte, Hamsterwatte, Kokosfasern und Spinnweben. Der Nestbau ging recht schnell und fachmännisch (hatten ja jetzt schon Übung) innerhalb von 4 Tagen über die Bühne. Sie legten 3 Eier und sassen bereits nach dem 2 Ei fest und im Wechsel auf ihrem Gelege. Die Nestablösung fand im fliegenden Wechsel statt (Zu Anfang glaubte ich, das ein stürmischer Angriff stattfindet).

Nach 11 Tagen Brutzeit schlüpfte der 1. und 2. Heuglinbrillenvogel, der 3. folgte erst einen Tag später. Gefüttert wird ebenfalls von beiden Elterntieren. Die Voliere wird nach Kleinstlebewesen, ich glaube hauptsächlich Spinnen abgesucht, ich selbst fange mit einer Lebendfalle und reiche zusätzlich andere Futterinsekten, wie Heimchen, Pinkys und Baffalos, sowie Ameiseneier. Beobachten konnte ich, wie ein Wurm von beiden Elterntieren in die Länge gezogen wurde, bis er riss und danach der Inhalt an die kleinen vorsichtig weitergegeben wurde. Ich habe das große Glück, das ich nicht einmal in die Voliere gehen muss um dieses zu beobachten. Die „Pieris“ steht unmittelbar am Zaun, der allerdings mit 3 Stromdrähten in Brusthöhe bespannt ist. Nun, beim Fotografieren habe ich 2 mal diesen Stromschlag deutlich gespürt, mußte ich mir doch den Aufschrei ersparen, um die Heuglinbrillenvogel nicht zu erschrecken.
Während sich bei dem anderen Paar in der 6qm Voliere bis jetzt nichts tut, obschon sie eine bepflanzte Voliere für sich alleine haben, zieht dieses Paar in einer Gemeinschaftsvoliere mit anderen Weichfressern und chin. Bambushühnchen jetzt hoffentlich die kleinen „Weißaugen“ groß.
Anbei nun einige Aufnahmen.

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..gebrütet wird abwechselnd                                                            ..oder auch mal zusammen

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Das 3er Gelege                                                                                 Schlupf nach 11 – 12 Tagen

Hallo zusammen!
Ich möchte mich recht herzlich bei Euch für die Glückwünsche und auch für´s Daumendrücken bedanken.
Momentaner Stand: Alle Jungen, sowie Elterntiere und stolze „Oma“ wohlauf.
Kleine Insekten und Futtertiere werden gut und oft zeitgleich von beiden gefüttert. Ist die Beute zu beweglich wird der „verlängerte Arm“ des nicht gerade fütternden Partners eingesetzt. Er leistet Hilfestellung mit dem Schnabel in Form von „Lenken“ und „Korrektur“ des spradeligen Etwas, damit es richtig in den Schnabel des kleinen Brillenvogel gelangt. Sobald die drei „Weißaugen“ versorgt sind, sitzen sie wieder gemeinschaftlich auf dem Nest. Gefüttert wird so ca. alle 10 -15 Minuten. Die schwierigsten Tage stehen jetzt noch bevor. Mal sehen, ob sie mir Zeichen geben (indem sie ablehnend mein Lebendfutter betrachten), ob was fehlt oder doch (hoffentlich) alles ok. ist.
Langweilig könnte es mir jedenfalls nie bei meinen Schützlingen werden, weil sie sooooo irre viel geben. Ihre oftmals gesendeten, für mich schwierig zu verstehenden Signale, will ich richtig deuten und verstehen.

Hallo zusammen!
Heute, so gegen 18 Uhr habe ich die 3 Jungen mit Ringgröße 2,5 beringt. Bei einem ging es recht gut, bei den anderen beiden war das schon schwieriger.
Die Elterntiere zeterten nicht, holten in der Zwischenzeit bereit gestellte Futtertiere und belohnten ihre noch blinden Sprösslinge für das tapfere Stillhalten. Der Kot wurde von den Eltern bisher gefressen.
Die Digi hatte ich natürlich dabei.

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Bitte kurz verabschieden, es geht los….                                           geschafft, der letzte Ring ist drauf

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und jetzt ab ins Nest und beobachten…                                           ob die Eltern problemlos das Geschehen aufnehmen und siehe da

Die ersten 2 sind am 1. Juni geschlüpft, das Nesthäkchen einen Tag später. Beringt habe ich am 5. Juni. Den Unterschied des Nachzüglers sieht man jetzt auch recht deutlich. Er wird wohl sterben.

brut9      Gemeinschaftaus

Singen können sie auch. Nein Quatsch-Hunger haben sie Die Voliere ist schon ziemlich bewachsen, aber nicht blickdicht. Das Nest befindet sich im obersten Drittel des Strauches, der in der Mitte des Bildes im Hintergrund zu sehen ist.

Ich dachte bereits, dass das Thema nicht faszinierend genug sei. Mich hätten auch Erfahrungen anderer User hierzu interessiert, die zumindest ihre Beobachtungen mit hätten einbringen können. Es gibt ja schließlich einige, die Brillenvögel halten/pflegen/züchten/gehabt haben. Es wurde im Thread „Neues Meiner Sonnenvögel, Post 39“ ja bereits geschrieben, dass Brillenvögel sogar in Boxen zu züchten sind, demnach „recht einfach“, oder?
Na, egal lassen wir das. Schwamm drüber. Zurück zum Thema.
Es werden keine braunen Mehlwürmer gefüttert, also auch kein Chitin aufgenommen, sondern weiterhin Kleinstinsekten, Spinnen und von mir stündlich frische, neue Futtertiere. Die gehäuteten Mehlwürmchen werden zwar auf einen Zweig geschlagen, doch sie erreichten bisher stets „ZAPPELND“ das Schnabelinnere des Nestlings.
Der Nachzügler hat es nicht geschafft. Vorgestern wurde er buchstäblich von den älteren Geschwistern „plattgedrückt“ Ich konnte leider nicht mehr helfen. Die beiden anderen sehen dafür schon recht gut nach Heuglinbrillenvogel aus. Seht selbst. Fotos von gestern (10 Tage nach dem Schlupf).
    

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So, das sind wir. Werden wir danach auch belohnt?                          Na, klar. Frisches ist angesagt!!! Super!

Es wundert mich wie wenig versteckt sie das Nest gebaut haben, und seltsamerweise haben sie im vergangenen Jahr im gleichen Strauch an der gleichen Stelle das Nest gebaut. Es scheint ein bevorzugter Ort von ihnen zu sein.
Heute wurden wir von der vorhergesagten „Schafskälte“ heimgesucht. Die Außentemperaturen lagen hier bei 17 Grad. Die Jungen wurden zwischenzeitlich gut gehudert. Das Nest ist jedoch im Laufe der vergangenen Tage in eine „unstabile, schräge Seitenlage“, wohl bedingt durch das Anfliegen der Alttiere, geraten. Ich habe den Strauch in 2 Richtungen vom oberen Drittel zum Zaun hin abgespannt. Es wird, wenn alles gut geht, nur noch wenige Tage dauern, bis die Nestlinge hoffentlich gesund flügge werden. Bilder von heute Abend zeigen den enormen Wachstumsschub von gestern bis heute.

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Wir wachsen gut und wollen bald raus, denn hier wird schon      eng

Jetzt reicht`s. Das ist das letzte Mal. Wir schlafen uns jetzt stark und                    suchen dann das Weite!

Hallo zusammen!
Heute war es den ganzen Tag über immer wieder leicht regnerisch. Die Temperaturen lagen um die 13 Grad. Ich darf nicht mehr so nah an das Nest heran. Sie schauen schon mit wachen Augen und ducken sich. Bevor sie überstürzt und fluchtartig aus dem Nest hüpfen, werde ich pausieren und auf photo session verzichten. Das nächste Foto werde ich demnach wahrscheinlich von ihrem zweiten Lebensabschnitt, ihrer Ästlingszeit, einstellen.

Hallo zusammen!
Ich habe Euch für Euer Interesse zu danken und natürlich den Heuglinbrillenvogel. Sie sind meiner stillen Bitte nachgekommen, die Voliere als ihre Heimat anzunehmen, mein Nahrungsangebot nicht ablehnend gegenüber zu stehen, und sie haben mich an ihrer Brut und Aufzucht bisher problemlos teilnehmen lassen.
Momentaner Stand: 13. Tag, Außentemperatur 13 Grad, leicht kalter Wind u. bewölkt mit immer wieder sonnigen Abschnitten. Sie sind noch im Nest. Eltern locken noch nicht in die Freiheit.
Sollten sie den „Abflug ins wahre Leben“ schaffen, gehören sie mit höchster Wahrscheinlichkeit (Lt. Bestimmung der Zoologischen Staatssammlung, Abtl.: Ornithologie Prof. Dr. Reichholf: zu den Kikuyus der Unterart /Zosterops poliogaster eurycricotus /vom Meru-Berg
Ich hatte im Dez. 2007 einige Bildaufnahmen zur Bestimmung rübergemailt und erhielt prompte Antwort.
Hiermit noch einmal ein herzliches Dankeschön dorthin!

Hallo zusammen!
In den frühen Morgenstunden verließen die beiden problemlos ihre Behausung ohne Schmutzreste zu hinterlassen.

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Ich schau mir jetzt mal die Umgebung genauer an, Komm`doch auch mit und hab`keine Angst!                                                                                            Das Wetter ist zwar nicht so toll, nur 15 Grad und leichter Nieselregen, aber was soll`s?

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Ich bin hier und wo bist Du?                                                              Ich habe hier einen Halt gefunden

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Unsere Eltern schimpfen. Sie meinten, daß wir nur dort warm und sicher sitzen.                                                                                                                     Na, ja. Da haben wir uns halt nochmal richtig angestrengt und erreichten gerade die obere Etage dieses Strauches!

Vor einer Stunde ging hier ein mächtiges Gewitter nieder. Ich spannte über den Strauch kurzerhand einen Mega-großen Schirm. Dort sitzen jetzt alle 4 schön beieinander gekuschelt (hab´gerade mit der Taschenlampe nachgeschaut).

Hallo zusammen!
Das Gewitter und auch die „Schafskälte“ haben sie bisher gut überstanden. Sie sind jetzt 16 Tage alt und machen einen aufgeweckten, gesunden Eindruck.

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  16. Tag

Hallo zusammen!
Heute machen die „Weißaugen“ im Alter von 20 Tagen ihrem Namen alle EHRE. Die Brille ist deutlich sichtbar.
Zum Abschluß noch 2 Bilder. Leider war es mir nicht möglich, beide Jungvögel zusammen aufzunehmen. Sie sind noch recht scheu und das ist auch gut so. Sie sollen ihr Leben leben.
Danke für Euer Interesse!

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Hallo zusammen!
Wiederholung!
Meine Heuglinvogelärchen brütet seit gestern fest. Heute wurde allerdings noch das 3. Ei gelegt.
Die „Kleinen“ sind TOP!

Autorin: Angelika Hogefeld

Veröffentlicht von Herrn Gerhard Ritters

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