Arbeitsgruppe Weichfresser e.V. - Für Freunde der Weichfresser

Ein paar Anmerkungen über die Haltung und Zucht der Turakos.

26 Dez, 2017

Ein paar Anmerkungen über die Haltung und Zucht der Turakos.

Ein paar Anmerkungen über meine Haltung und Zucht der Turakos.

Autor: G. Ritters

(Foto eines Weißhaubenturako: Ph. Bagdahn)

Unterbringung:

Das man diese großen Vögel nur in Volieren halten kann ist wohl jedem klar. Ich persönlich halte eine Mindestgröße von 10 m² für erforderlich. Auch hier wieder der alte Spruch: Zu groß kann eine Voliere nie sein. Ideal ist ein angeschlossenes Schutzhaus, welches im Winter bei mindestens 15 °C  gehalten werden kann. Ist dieses vorhanden, können die Turakos ganzjährig draußen gehalten werden. Ein Teil der Außenvoliere sollte überdacht sein. Auch für Beschattung im Sommer muss man sorgen. Turakos sind ja Waldbewohner, die sich in den Kronen der Bäume aufhalten. Zur Ausstattung der Voliere gehören auch “Laufäste”. Turakos laufen auch in der Wildbahn sehr geschickt in den Ästen der Bäume. Eine große Badeschale ist wichtig. Turakos baden sehr gerne.

Vorteilhaft ist auch eine Bepflanzung der Voliere. Meine Volieren habe ich mit immergrünem Kirschlorbeer und kleinen Lebensbäumen bepflanzt. Diese kleinen Lebensbäumchen dienen in der Brutzeit auch als Deckung für das Weibchen, wenn das Männchen zu aggressiv wird. Zusätzlich stelle ich noch Bretter in entsprechender Größe schräg an die Seitenwand der Voliere. Auch bei einem Paar das augenscheinlich sehr gut harmoniert, können in der Brutzeit sehr schnell Angriffe des Männchens auf das Weibchen erfolgen. Sind die Attacken zu heftig, muss man das Paar trennen. Beim Nichteingreifen riskiert man schnell den Verlust des Weibchens.

Fütterung:

Turakos sind fast reine Fruchtfresser. Tierische Nahrung spielt auch im Freiland keine große Rolle. Zwar werden auch kleine Insekten und Kerbtiere erbeutet, aber der Großteil der Ernährung besteht aus Früchten, frischen Blattknospen, Blüten und Blättern. In der Gefangenschaft kann man alles Obst anbieten welches angenommen wird. In der Regel sind dies Apfel, Birnen, Bananen, Kiwi, Melonen oder Khaki. Auch geriebene Möhren, wenn sie untergemischt werden, fressen meine Tiere. In der Saison dann natürlich auch Erdbeeren, Weintrauben und andere Beerenfrüchte. Das Obst sollte reif sein, aber nicht überreif. Überreifes Obst nehmen meine Vögel nicht gerne. Als weiteres Futter eignet sich auch eingeweichtes Trockenobst. Gerne werden eingeweichte Rosinen und Dattel genommen. Daneben reiche ich ein Fruchtfertigfutter und Pellets (T16). Dieses wird unterschiedlich angenommen, aber wenn Junge da sind vermehrt. Zwei bis drei Mal in der Woche gebe ich über das Futter feinen Futterkalk und Korvimin. Natürlich gebe ich täglich frisches Wasser. Zucht:

Die Zucht von Turakos:

Ein Problem? Ja und nein! Voraussetzung für eine erfolgreiche Zucht ist ein wirklich harmonierendes Paar. Und hier fängt das Problem an. Man kann Turakos nicht einfach zusammensetzen. Die Tiere müssen zur Anpaarung die Möglichkeit bekommen, sich geschützt beobachten zu können. Manche Verpaarungen funktionieren einfach nicht. Andere gehen gut bis zur Brutzeit und wieder andere scheinen überaus harmonisch. Aber – wie ich ja schon weiter oben geschrieben habe, kann es auch dann zu plötzlichen Angriffen des Männchens auf das Weibchen kommen. Dieses ist meistens der Fall, wenn das Weibchen noch nicht in Brutstimmung ist. Die Tiere muss man also gut beobachten. Auch ist das Verhalten bei den einzelnen Arten unterschiedlich. Als sehr aggressiv (während der Brutzeit) gelten die Hartlaubturakos und Fischerturakos. Auch bei den Rotschopfturakos ist besondere Aufmerksamkeit gefordert. Keine Probleme habe ich mit meinem Paar Buffons-Turako (Tauraco persa buffoni). Sie haben im letzten Sommer in zwei Bruten drei Jungtiere großgezogen. Anders ist es bei den Weißohrturakos, alle Eier waren zwar befruchtet, die Aggressivität des Männchens hielt sich in Grenzen, aber ein geregeltes Brüten kam nicht zustande.

Die Brutdauer bei den meiste Arten beträgt 21 – 22 Tage. Es brüten beide Vögel. Dann werden in den ersten 7 Tagen die Jungen fest gehudert. Sie verlassen das Nest noch nicht voll flugfähig im Alter von 20 oder 21 Tagen. Die Jungen kehren noch lange in das Nest zurück. Eine Kletterhilfe vom Boden zum Nest sollte vorhanden sein. Die Beringung erfolgt je nach Art mit 7-8 mm Ringen um den 15. Tag. Die Jungen können bis zum nächsten Gelege in der Voliere bleiben, müssen dann aber herausgenommen werden, weil sie sonst mit im Nest sitzen. Als Nistgelegenheit kann man kleine Weidenkörbchen oder auch eine Kiste in entsprechender Größe anbieten. Als Unterlage gebe ich ausgestochene Grassoden. Auch ein aus Stroh vorgeformtes Nest wurde angenommen. Nestkontrollen mache ich nicht mehr. Turakos brüten sehr fest und man muss sie schon gewaltsam vom Nest vertreiben, dabei können die Eier sehr leicht beschädigt werden. (Aus Schaden wird man klug.)