Arbeitsgruppe Weichfresser e.V. - Für Freunde der Weichfresser

Blaumeise

20 Nov, 2018

Blaumeise

Die Blaumeise
Cyanistes caeruleus (Linné, 1758)

Autor: T. Ratjen

Die kleine, lebhafte Blaumeise ist ein häufiger Gast in meinem Garten. Nachdem ich ihr dort einige geräumige Nistkästen mit kleinem Einflugloch zur Verfügung gestellt habe werden regelmäßig und erfolgreich von zwei Paaren Bruten aufgezogen. In diesem Artenporträt möchte ich Euch diese farbenfrohe Meisenart gern näher vorstellen.

Systematik:
Ordnung: Passeriformes – Sperlingsvögel
Unter Ordnungen: Passeres – Singvögel
Familie: Paridae – Meisen
Gattung: Cyanistes
Unterarten: Cyanistes caeruleus palmensis; Cyanistes caeruleus teneriffae; Cyanistes caeruleus ultramarinus; Cyanistes caeruleus ombriosus; Cyanistes caeruleus degener; Cyanistes caeruleus cyrenaicae; Cyanistes caeruleus obscurus; Cyanistes caeruleus balearicus; Cyanistes caeruleus ogliastrae; Cyanistes caeruleus calamensis; Cyanistes caeruleus orientalis; Cyanistes caeruleus satunini; Cyanistes caeruleus raddei; Cyanistes caeruleus persicus, teilweise wird Cyanistes caeruleus obscurus und Cyanistes caeruleus raddei gelistet.

Verbreitung und Biotop der Art:
Europa von den Britischen Inseln (in Schottland auch auf den Äußeren Hebriden, nicht aber auf Orkneys und Shetlands) ostwärts zum Südlichen Ural, zum Mittellauf des Uralflusses und zur Wolgamündung, NW-Afrika (einschließlich Kanarische Inseln), Kleinasien und von Transkaukasien südwärts bis in die Zagrosberge (südwärts bis Shiraz) und ostwärts bis in den Kopet Dag. Im ozeanischen Bereich Kontinentaleuropas von der südlichen Taiga, im kontinentalen Osten südwärts bis in die Zone der immergrünen Wälder im Mittelmeerraum, in die Bergwälder Transkaukasiens und Irans und in die Wälder der Steppenzone Russlands. In NW-Afrika reicht das Areal südwärts bis auf die Kanarischen Inseln, zum Südrand des Hohen Atlas mit südlichen Ausläufern in Marokko, bis Algerien sowie Tunesien. Isolierte Vorkommen finden sich auf der Insel Pantelleria zwischen Tunesien und Sizilien. Brütet in den Alpen bis 1200 m, im äußersten Süden bis 1700 m, im Elbursgebirge bis 2300 m und im Hohen Atlas regelmäßig bis 2500 m (höchster Nestfund sogar in 2650 m ü. M.).
Die Blaumeise gehört zu den häufigsten Brutvogelarten in allen Ländern Mitteleuropas. Im Flachland fehlt sie nur in der jüngeren Marsch, ausgeräumten Ackerbaugebieten, ausgedehnten Nadelwaldregionen, Mooren, Brachland, Abgrabungen u. ä., weitgehend auch in einförmigen Fichtenwäldern der Mittelgebirge sowie auf deren Kammlagen. Auch in den Niederungen des Alpenvorlandes verbreitet und häufig. In der Buchen- und Tannen-Buchenwaldstufe nimmt die Siedlungsdichte mit steigender Seehöhe und steigendem Nadelholzanteil rasch ab. Die Blaumeise steigt auch als Siedlungsbegleiter weniger hoch als die Kohlmeise. In Tieflagen mit Laubmischwäldern kann die Blaumeise im Winter die häufigste oder zweithäufigste Vogelart sein.
Die höchste Dichte erreicht die Blaumeise in Eichen-, Eichen-Hainbuchen- und eichenreichen Laubmischwäldern, einschließlich entsprechender Auwaldstadien. Besiedelt werden aber auch Laubmisch- und Mischwälder jeder Art, in Tieflagen auch Lärchenaufforstungen, Feldgehölze, Felder und Weideland sofern Hecken und Bäume eingestreut sind, Obstwiesen, Friedhöfe, Parkanlagen, Gärten im Stadtrandbereich, aber auch dicht bebaute Wohnviertel bis in den innerstädtischen Bereich, wenn nur Alleebäume oder (im Extremfall) spärliches Begleitgrün an Straßen oder Bahntrassen vorhanden sind. Dunkle Nadelwälder werden gewöhnlich nur an Lichtungen und Bestandsrändern mit schmalen Laubholzstreifen oder eingesprengten alten Laubbäumen besiedelt. Im Mittelmeerraum brütet P. caeruleus in fast allen sommer- und immergrünen Laubwaldgesellschaften mit deutlicher Bevorzugung von Stein- und Korkeiche. Durch Beringung ist auch ein Austausch zwischen Populationen von Stein- und Flaumeichenwäldern nachgewiesen. Auf Korsika und Sardinien auch in der hohen Macchie brütend. So wie sich die Blaumeise in den Alpen mit zunehmender Seehöhe immer ausschließlicher an reines Laubholz hält, so wird sie auch in Skandinavien zunehmend stenök, je weiter die Verbreitung nach Norden reicht. Verständlicher ist die Nutzung von Nadelwäldern durch die Blaumeisen der Kanarischen Inseln, denn hier ist die Blaumeise die einzige Parus Art (zu beachten sind überdies die längeren und spitzeren Schnäbel dieser Populationen). An der europäischen Mittelmeerküste werden trockene Gebiete gemieden und feuchte Wälder in Wassernähe bevorzugt, während die seit langem isolierte Unterart P. c. ultramarinus in NW-Afrika jede Art von Baumbewachsenem Gelände bewohnt und zu den Charakterarten der Zedernwälder gehört. Sie besiedelt auch verschiedene Wacholdergehölze im Hohen Atlas und Zypressen, sogar Olivenhaine und Palmenhaine der Oasen am Nordrand der Sahara. Außerhalb der Brutzeit findet man sie auch in laubholzarmen Nadelwäldern und in der teilweise offenen Landschaft bis in die Subalpinstufe und Knieholzregion. Ziehende Vögel werden auf Alpenpässen auch über der Baumgrenze beobachtet. Im Winter werden (regional unterschiedlich) die Bruthabitate ganz oder nur tagsüber geräumt. Viele Blaumeisen überwintern in oder bei Dörfern und Städten, deren Futterstellen z. T. tagsüber aus mehreren Kilometern Entfernung aufgesucht werden. Zum Schlafen kehren die Vögel vielfach in ihr Übernachtungsgebiet zurück. Auch im Kerngebiet von Großstädten, wo die Temperaturen durchweg 0,5–1,5°C höher liegen, finden sich Nahrungs- und Schlafreviere.
Die Blaumeise lässt sich in größeren, gut bepflanzten Aussenvolieren gut mit anderen Arten (keine Meisenarten) vergesellschaften.

Beschreibung:
Die Stirn ist vom Schnabelansatz bis zum vorderen Augenwinkel weiß gefärbt mit allmählichem Übergang in die glänzend hellblaue Kopfplatte, die rundum von einem schmalen weißen Band eingefasst ist. Die Scheitelfedern werden häufig zu einer schwachen Haube aufgerichtet. Mit einem breiten blauschwarzen Nackenband, unterhalb davon befindet sich ein unscharfer weißlicher Nackenfleck. Rücken und Schultern sind oliv oder graugrünlich. Der Bürzel ist graublau. Oberschwanzdecken blau, kleinere blaugrau mit weißlichem oder grünlichem Rand und Weißlichem Schimmer in der Mitte. Kopfseiten weiß. Kräftiger schwarzer Augenstreif von der Seite des Oberschnabels durch das Auge bis zum Nackenband. Kleiner schwarzer Kehlfleck, im Herbst manchmal mit weißen Federspitzen, unten breiter und übergehend in einen blauschwarzen Halsring, der sich nach hinten verbreitert und mit dem Nackenband vereinigt. Brust, Flanken und Bauchseiten sind schwefelgelb, nach hinten blasser, die Bauchmitte ist gelblich weiß. Die Unterschwanzdecken sind gelb. Bei Sträubung des Bauchgefieders erscheint auf der Mitte der Unterseite ein schwärzlicher Längsstrich, weil die kürzeren, sonst von den Seiten her überdeckten Federn der Bauchmitte, die nur an den Spitzen hell und im Übrigen schwarzgrau sind, in ihrem basalen Teil sichtbar werden. Die Steuerfedern sind hellblau mit schwärzlichem Schaft. Bei mehrjährigen Vögeln sind alle Steuerfedern meist mit kleiner weißer Spitze oder schmalem weißem Endsaum, deutlicher sichtbar auf der Unterseite (verschwinden später durch Abnutzung). Der Gesamteindruck des Flügels ist blau. Hand- und Armschwingen mit hellblauer Außen- und dunkelgraublauer Innenfahne. Armschwingen mit breiter weißer Spitze, Außenfahnen mit gelblichem Rand. Blau der Außenfahnen von Hand- und Armdecken farbgleich, Armdecken mit kräftigen weißen Spitzen (Flügelbinde) und weißlich gesäumten Außenfahnen. Handdecken an den Spitzen mit weißem Saum.
Ein Männchen verfügt über drei bis acht verschiedene Strophentypen. Auch bei Weibchen tritt gelegentlich Reviergesang auf, etwa wenn sie in territoriale Auseinandersetzungen verwickelt werden. Bei den Rufen der Blaumeise sind zwei verschiedene Typen von Alarmrufen sehr bedeutend, die klar unterschieden werden können. Der Alarm bei fliegenden Beutegreifern ist ein sehr hohes, lang gezogenes „ii“. Dieser Alarmruf ist dem in einer vergleichbaren Situation von anderen Singvögeln geäußerten Warnruf sehr ähnlich und wird auch artübergreifend verstanden. Ein anderer wichtiger Ruf der Blaumeisen, die so genannte Zeterstrophe, ist bei starker Erregung, bei territorialen Auseinandersetzungen, beim Annähern von Bodenfeinden und beim Hassen auf sitzende Greifvögel zu hören. Dieser zweite Alarmlaut zeigt keine so starke interspezifische Übereinstimmung, wird jedoch vermutlich auch von anderen Arten richtig gedeutet.


Nahrung:
Der Schnabel der Blaumeise eignet sich besonders zum Hämmern, Hacken und Zerren, weshalb nicht nur freiliegende, sondern auch in Knospen, Gallen, eingerollten Blättern, dürren Schilfhalmen und Totholz verborgene Insekten genutzt werden können. Die Blaumeise ist geschickter als alle anderen Parusarten, klammert sich auch an die äußersten Blätter und Zweigenden, hängt häufiger kopfüber, setzt die Füße vielfältig als Werkzeuge ein und nimmt größere Beute als die Tannenmeise die, allerdings hauptsächlich in Nadelbäumen, die ähnlichste Nische nutzt. Diese spezialisierte Nutzung unterschiedlicher Nischen ermöglicht das Zusammenleben verschiedener Parus Arten im selben Biotop.
Tierische und pflanzliche Anteile und insbesondere deren Zusammensetzung wechseln je nach Jahreszeit, Habitatstruktur, Angebot, Witterung und interspezifischer Konkurrenz. Zur Insektennahrung gehören Larven von Gallwespen und Gallmücken. Schildläuse werden das ganze Jahr über, besonders im Herbst und Winter, Blattläuse vor allem im Herbst in großen Mengen aufgenommen, ferner Larven und Puppen von Schmetterlingen sowie Larven von Zweiflüglern und Käfern. Weiterhin Spinnen, Tausendfüßer, Milben, Flechtlinge, Rindenläuse und Springschwänze. Im Frühjahr bilden Raupen des Eichenwicklers bis zu 43% der Nahrung und für Nestlinge zeitweise das ausschließliche Futter. Bei schlechtem Wetter wurden Brennesselzünsler abgesammelt und an die Jungen verfüttert. Reichlich vorhandene Bucheckern sind in strengen Wintern eine lebenswichtige Nahrungsgrundlage, von der örtlich die Populationsdichte im nächsten Frühjahr abhängig sein kann. Außerdem Partikel von Süßkastanien und Eicheln, Beeren von Eberesche, Holunder, Hartriegel, Berberitze, Sanddorn, Maulbeerstrauch, Schneebeere, Weiß- und Feuerdorn, Rosen, Samen von Birke, Erle, Esche, Lärche, Kiefer, Thuja, Hopfen, Schlingknöterich, Rainfarn, Mohn, Brennnessel, Sauerklee, Hundsveilchen, Binsen, Sonnenblume, Mais (milchreife Samen im Kolben), Weizen, Hafer ferner Knospen und Früchte von Süßkirschen, Birnen, Äpfel und Feigen. Im Februar/März Blatt- und Blütenknospen, dann Pollen und Nektar von Blütenkätzchen verschiedener Baumarten. Nektar u. a. auch von Stachel- und Johannisbeerblüten, Blutungssaft an frischen Bruch- und Schnittstellen von Birken, Pappeln, Ahorn, Walnussbaum und Weinrebe sowie von Ringelbäumen von Spechten. Bei Konkurrenz durch die Kohlmeise weicht die Blaumeise zur Brutzeit auf kleinere (im Angebot aber häufigere) Raupen und im Winter an Futterstellen auf andere Nahrung aus. Grit, Steinchen und Teile von Gehäuseschnecken werden wohl fast nur im April und Mai aufgenommen und auch an die Jungen verfüttert.
In der Voliere wird die Blaumeise mit einem guten Weich- und Fruchtfutter, Nüssen und Meisenknödel ernährt, wobei man darauf achten muss, dass die Art nicht verfettet. An Insektennahrung bietet man ihr Heimchen, Mehlkäferlarven, Pinkis und Buffalos in unterschiedlicher Größe an.

Fortpflanzung.
Die Geschlechtsreife tritt vor Vollendung des 1. Lebensjahres ein. Weibchen aus Spät- oder Zweitbruten legen die ersten Eier bereits im Alter von 10 Monaten. Anders als bei der Kohlmeise tritt gelegentlich Polygynie auf. Polygyne Männchen beteiligen sich an der Fütterung mehrerer Bruten. Für unverpaarte Weibchen war es, gemessen am Fortpflanzungserfolg, vorteilhafter, ein polygynes Männchen in einem optimalen Territorium zu wählen, als ein monogames Männchen in einem schlechten Revier. Soweit die Altvögel Herbst und Winter im erweiterten Areal des Brutreviers verbringen, bleibt die Paarbindung wahrscheinlich häufiger bestehen. Die Paarbildung bei Erstbrütern findet in günstigen Jahren bereits ab Mitte Januar statt. Die Nistplatzwahl beginnt etwa im März. Männchen inspizieren Nisthöhlen aber während des ganzen Winters. Nach mehrtägigem Vorspiel außerhalb der künftigen Bruthöhle schlüpft zunächst das Männchen ein und aus. Später besucht auch das Weibchen häufiger die Höhle, es schlüpft am Anfang zögernd und vorsichtig, nach 1–4h anstandslos ein und aus, womit die endgültige Auswahl als Brutplatz vollzogen ist. Auch danach werden gelegentlich noch andere Höhlen inspiziert. Die Blaumeise scheint Baumhöhlen, -spalten, Astlöcher und Spechthöhlen allem anderen vorzuziehen. Vereinzelt finden sich Bodennester, auch unter der Erdoberfläche, in Böschungen, Baumstubben, zwischen Baumwurzeln, in Mauslöchern, Eisvogel- und Uferschwalbenröhren. Bei der großen Anpassungsfähigkeit in der Wahl des Neststandortes überraschen Bruten unter Dachziegeln, in Briefkästen, Laternenpfählen und -kuppeln, Pumpen usw. nicht. Künstliche Nisthöhlen werden problemlos angenommen und im Frühjahr häufig schon wenige Minuten nach dem Anbringen inspiziert. Nistkästen mit engem Flugloch (Durchmesser 28 mm), das die Benutzung durch Kohlmeisen ausschließt werden von P. caeruleus scheinbar bevorzugt. Das Nest wird meistens mit großem Unterbau aus feinem Moos, mit dem die Nisthöhle zunächst aufgefüllt und gegebenenfalls verkleinert wird, errichtet. Bei tiefen Nisthöhlen häufig mit einer besonders dicke Moosschicht, so dass die Nestmulde im Allgemeinen näher am Flugloch liegt. Manche Nester bestehen nur aus Moos, einzelne haben lediglich eine ganz flache Unterlage. Die Nestmulde wird, anders als bei den übrigen Parus- Arten, häufig schon vor Brutbeginn gut ausgebildet und mit Tierwolle, -haaren (auch Menschenhaar) und mit mehr kleinen Federn als bei P. major ausgepolstert. Das allein bauende Weibchen wird vom Männchen begleitet, das auch Nistmaterial heranbringt, aber nur selten in die Höhle einträgt. Dauer der Bauzeit etwa 3–10 Tage, bei ungünstigem Wetter Unterbrechungen bis zu mehreren Wochen. Keine andere westpaläarktische Parus Art legt für die Erstbrut mehr Eier, Zweitbruten sind dann aber bei der im Nadelwald brütenden Tannenmeise größer. Die Gelegegröße variiert individuell, alters- und habitatabhängig, im selben Habitat von Jahr zu Jahr und im Laufe der Brutsaison. Die mittlere Gelegegröße liegt zwischen 6 und 12 Eiern, im Extremfall wurden bis zu 17 Eiern gezählt. In Mitteleuropa beginnt die Eiablage von der 2. Aprilhälfte bis Anfang Mai, im Norden später, im Süden früher. Auslöser für den Legebeginn ist eine ausreichende Verfügbarkeit von Nahrung, die dem Weibchen ohne Gefährdung der eigenen Konstitution die Eiproduktion ermöglicht. Die meisten Weibchen legen allerdings auch bei Kälte jeden Tag. In der Regel wird nur eine Brut durchgeführt. Die im Vergleich zur Kohlmeise geringe Zahl von Zweitbruten wird durch eine unterschiedliche Fortpflanzungsstrategie erklärt. Kohlmeisen investieren weniger in ihre Erstbrut (geringere Gelegegröße, weniger flügge Junge, Gewichtsverlust des Weibchens nur etwa 4%) und beginnen unter entsprechenden Umständen eine zweite Brut. Blaumeisenweibchen ziehen in einer einzigen Jahresbrut durchschnittlich etwa gleich viele Junge auf, verlieren dabei aber wegen höherer Ei- und Jungenzahl etwa 8,6% an Gewicht. Die Brutdauer beträgt ca. 13–16 Tage. Eine konstante Bebrütung beginnt normalerweise ab Ablage des letzten Eies, aber auch schon ab 3 Tage vor und selten erst 4 Tage nach Ablage des letzten Eies. Die Jungen einer Brut schlüpfen nicht innerhalb weniger Stunden, sondern in der Regel verteilt über durchschnittlich 3 Tage. Die Nestlingsdauer beträgt 16–22 Tage, spät geschlüpfte Junge verlassen das Nest im Durchschnitt gut einen Tag früher wobei ungestörte Bruten länger im Nest bleiben, auch Junge in geräumigen Bruthöhlen bleiben länger im Nest. Das Ausfliegen vollzieht sich gewöhnlich in schneller Folge innerhalb von 30 min bis wenigen Stunden, gelegentlich auch innerhalb mehrerer Tage. Oft bleiben 1 oder 2 Junge im Nest zurück, die dann verhungern. Nach dem Ausfliegen sind die Jungen innerhalb von etwa 2–3 Wochen selbständig.

 

Veröffentlicht in „Der Vogelfreund“ Hanke Verlag Juli 2018

Literaturquellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Blaumeise
„Handbuch der Vögel Mitteleuropas“ Urs. N. Glutz v. Blotzheim, Vogelzug Verlag